Sehr jung und schon ungemein erfolgreich: Die kleinen Feuerdrachen der drei Kinderfeuerwehren in der Gemeinde Immenreuth lassen aufhorchen. Erst im März 2016 gegründet, stehen sie bereits am Mittwoch beim Ostbayerischen Feuerwehrpreis 2017 der Sparda-Bank auf dem Treppchen.

41 Wehren aus Niederbayern und der Oberpfalz hatten sich beworben. Die Immenreuther schafften auf Anhieb Platz drei und kehrten mit 2000 Euro aus Regensburg zurück. Im Spiegelsaal der Regierung hob Georg Thurner, Vorsitzender der Sparda-Bank Ostbayern, die wertvolle Arbeit der Feuerwehren, "die immer da sind, wenn es brennt und auch, wenn es nicht brennt", in den Vordergrund. Es sei eine unglaubliche Arbeit, die der Staat nicht verordnen könne.

Aus seinen Begrüßungsworten waren viele Elemente der Immenreuther Bewerbung herauszuhören. Vor allem Argumente und Gründe für den Aufbau, die Förderung und den Erfolg von Kinderfeuerwehren übernahm der Redner. Die Jugendbetreuer der Feuerdrachen sowie die Kommandanten der drei Wehren waren stolz, ihre Arbeit auf diese Weise gewürdigt zu sehen. Bei einigen keimte gar die Hoffnung auf den zweiten oder ersten Platz auf. Dass dies nicht so kam, lag wahrscheinlich auch an den beiden Preisträgern aus Vilseck und Schmatzhausen-Egg mit ihren älteren Projekten.

Regierungspräsident Axel Bartelt nannte es angesichts der großen Konkurrenz von Individualismus, Freizeitablenkung und medialer Beeinflussung beeindruckend, was die Preisträger und Bewerber geleistet haben. Ihm imponierten die neuen Ideen der drei Erstplatzierten. Zugleich bedauerte er das Verharren mancher Feuerwehren in althergebrachten Strukturen, in denen Frauen keinen Platz haben.

Überraschend für ihn war deshalb die kooperative Zusammenarbeit der Wehren bei der Aufstellung von Kinderfeuerwehren. "Einer der Preisträger hat ein bewundernswertes Konzept entworfen und eine der größten Kinderfeuerwehren Bayerns hervorgebracht", diese Aussage zielte direkt auf die Feuerdrachen ab.

Alexander Danzer stellte sie dem großen Publikum vor. Zu ihm gehörten unter anderem auch die Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Bayern und der Oberpfalz, Alfons Weinzierl und Fredi Weiß, sowie der Regierungspräsident von Niederbayern, Rainer Haselbeck. Danzer schilderte die doch von einiger Skepsis begleitete Gründung der Feuerdrachen innerhalb von acht Wochen. In enger Zusammenarbeit mit Schule und Eltern sei es gelungen, über 50 Kinder zu begeistern. Der Ansturm sei so gewaltig gewesen, dass ein Aufnahmestopp beschlossen werden musste.

Alle Kinder sind bislang auch blieben, war die erfreuliche Resonanz auf die gute Arbeit der Betreuer Alexander und Steffi Danzer, Monika Prechtl, Daniel Müller, Tanja Scheitler, Ramona Brunner und Stephan Schlicht. Auslöser für die Gründung der Feuerdrachen war, so verriet Danzer, dass die Jugendfeuerwehr von Immenreuth nur noch drei Jugendliche in ihren Reihen wusste. Es musste gegengesteuert werden.

Dies sah auch Fredi Weiß so. Kinderfeuerwehren seien unverzichtbar für den Fortbestand der Wehren. Die Preise seien Auszeichnungen für beispielgebende Aktionen, betonte er. Dabei bezog er die Sonderpreise für "Grenzübergreifende Kooperation" und "Inklusion" der Oberpfälzer Wehren aus Hocha und Bierhütte mit ein.

Tirschenreuths Kreisbrandrat Andreas Wührl und Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther nahmen sich die Zeit, der Preisverleihung beizuwohnen. Wührl gratulierte im Namen der Tirschenreuther Feuerwehrführung den Feuerdrachen zum tollen Erfolg. Er zeigte sich begeistert, wie Nachwuchsarbeit, die erst in den Anfangsstunden stecke, nach vorne gebracht werden kann. Das Bayerische Feuerwehrgesetz sieht erst ab dem ersten Juli 2017 Kindergruppen als Einrichtungen der Feuerwehren. "Immenreuth spielt hier eine große Vorreiterrolle. Wir sind stolz darauf, was hier geleistet wurde", betonte Wührl. Er freute sich zudem, dass erstmals ein Ostbayerischer Feuerwehrpreis in den Landkreis Tirschenreuth ging.

Die Erfahrungen der Immenreuther Feuerdrachen sind zwischenzeitlich von vielen Wehren gefragt, verriet Alexander Danzer auf Anfrage. Seine Freude und die seines unermüdlichen Teams waren verständlich. Nun überlegen sie, wie sie 2000 Euro sinnvoll bei der Kinderfeuerwehr einsetzen können.

Text: www.onetz.de

 

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